Psychologische Beraterin

Was ist psychologische Beratung?

  • Psychologische Beratung ist eine Methode zur persönlichen Aufarbeitung und Überwindung von emotionalen und sozialen Krisen und Problemen außerhalb der Heilkunde. Das bedeutet, dass es nicht wie bei der Psychotherapie um die Linderung und Heilung von Störungen mit Krankheitswert geht, sondern um eine Hilfestellung und eine lösungsorientierte Begleitung für psychisch gesunde Menschen mit konkreten Lebensproblemen.

  • Im Rahmen einer psychologischen Beratung werden mit dem Ratsuchenden gemeinsam schwierige Lebenssituationen beachtet um so adäquate Lösungen für Konflikte und Krisen zu finden.

Was macht eine psychologische Beratung?

  • Psychologische Beratung ist ein Teilgebiet der Beratungspsychologie und wir arbeiten mit wissenschaftlich fundierten Methoden aus Psychologie und Psychotherapie und kommen zum Einsatz um den Ratsuchenden Möglichkeiten aufzuzeigen, wie sie belastende Lebenssituation eigenständig und eigenverantwortlich verbessern, verändern und bewältigen können, und der Beratungsprozess macht die Funktion der Orientierungshilfe, Aufdeckung und Reaktivierung von vorhandenen psychosozialen Ressourcen.

  • Allgemeines Ziel der psychologischen Beratung ist die Hilfe zur Selbsthilfe, die Freilegung vorhandener Ressourcen und das Erkennen, Reduzieren und Überwinden der störenden Faktoren, Wege aus der Krise zu finden, unzureichende Problemlösungsversuche zu korrigieren und bisher ungenutzte Potenziale zu entdecken und anzuwenden.

  • Es dient der Durchführung und Lösung psychologischer Krisen und Probleme sowie der Verbesserung der Lebensqualität. Es wird die Eigenverantwortlichkeit der zu beratenden Person geachtet und gefördert.

  • Nach dem Motto “Du trägst deine Lösung in Dir” können frei nachhaltige und lösungsorientierte Gewohnheiten gefördert und gefestigt werden.

Wie läuft eine psychologische Beratung ab?

  • Im Regelfall dient die erste Sitzung oder das erste Gespräch der Orientierung. Hier haben Sie die Möglichkeit zu prüfen, ob Sie sich mit der Beraterin wohl fühlen und mit ihr zusammenarbeiten möchten.

  • Die Dauer der Beratung richtet sich nach Ihrem Anliegen und der zu bewältigenden Problematik. Psychologische Beratung passt sich immer an die Gegebenheiten und Bedürfnisse des Ratsuchenden an. 

Themenbereiche

Zu nennen sind unter anderem Seelsorge, Lebens-, Berufs-, Studien-, Bildungs-, Ehe-, Partnerschafts-, Konfliktberatung und im Bedarfsfall auch Beratung in Bezug auf Möglichkeiten und Planung einer Psychotherapie (Psychoedukation).

     Beratung bei persönlichen Problemen und Krisen wenn Sie z. B.:

  • als Migrant(in) unter Ihrer Isolation leiden,

  • niemanden haben, mit dem Sie über Ihre Probleme sprechen können oder

  • in Gesprächen mit Freunden merken, dass diese nicht weiterhelfen,

  • sich viele Sorgen machen,

  • sich restlos überlastet durch Beruf, Hausarbeit, Partner(in) und Familie fühlen,

  • zunehmend intoleranter, gereizter und aggressiver gegenüber anderen reagieren,

  • Ihre Lebensfreude und Ihren Lebensmut verloren haben,

  • Sie Unterstützung bei der Bewältigung besonderer Situationen brauchen,

  • bei Anpassungsprozessen im Rahmen von Veränderungen,

  • bei der Lösung von Konflikten im familiären, beruflichen oder sozialen Umfeld.

Die Aufgaben des Beraters

  • Es geht nicht darum, Ratschläge zu geben, denn Ratschläge entspringen immer der ganz individuellen Sichtweise des Rat-Gebenden. Es geht vielmehr darum, dass der Ratsuchende eigene, für sich und seine subjektive Welt passende, Lösungen findet oder selber entwickelt und dann umsetzt. Diesen Prozess zu unterstützen und zu begleiten ist die Aufgabe eines Psychologischen Beraters.

Merke:

  • Von der psychologischen Beratung ist die Psychotherapie zu unterscheiden, die bei der Heilung oder Linderung psychischer Beschwerden von Krankheitswert hilft; Psychotherapie ist damit eine Tätigkeit im Rahmen der Heilkunde. Psychologische Beratung hat ihre rechtliche Grundlage im Art. 6 Grundgesetz und wird durch zahlreiche Gesetze näher geregelt (z. B. Kinder- und Jugendhilfegesetz und Schwangeren- und Familienhilfegesetz).

  • In Deutschland gehören „psychologische Tätigkeiten, die die Aufarbeitung und Überwindung sozialer Konflikte oder sonstige Zwecke außerhalb der Heilkunde zum Gegenstand haben“, nach § 1 Abs. 3 Satz 3 des Psychotherapeutengesetzes nicht zur Psychotherapie.

  • Sollten Ihre Probleme möglicherweise durch eine psychische oder organische Krankheit verursacht werden, - wird Ihnen empfohlen werden, zusätzlich zur Beratung eine(n) entsprechende(n) Fachärztin / Facharzt aufzusuchen - oder Sie werden an einen Sozialpsychiatrischen Dienst oder eine(n) Psychotherapeutin/Psychotherapeuten weiterverwiesen.

  • Im Rahmen der psychologischen Beratung darf keine Behandlung von psychischen Störungen erfolgen. Es geht bei der psychologischen Beratung um Hilfestellungen.